Herzdorf · Gefühle

Trine

Traurigkeit

„Ich bin da, wenn etwas schwer geworden ist.
Du musst es nicht sofort leichter machen.“

Wer ist Trine?

Trine klopft selten laut. Oft ist sie einfach da. Auf der Fensterbank. Neben einer Tasse, die längst kalt geworden ist.

Trine ist die Traurigkeit. Sie kommt nicht, um alles dunkel zu machen. Meistens sitzt sie schon da.

Trine

Trine bewegt sich leise. Ihr dunkles Haar fällt weich um ihr Gesicht. Oft streicht sie es hinter das Ohr.

Sie antwortet manchmal später, als sie eigentlich möchte.

In ihren Taschen liegen Taschentücher, kleine Zettel und Briefe, die noch nicht geöffnet wurden.

Trine ist nicht kalt

Manche denken, Trine sei weit weg. Dabei sagt sie nur gerade nichts.

Das Fliederhaus

Trines Haus macht nichts laut. Es hält die Traurigkeit einfach aus.

Innen riecht es nach Tee, Papier und ein bisschen nach Regen.

Im Fliederhaus bleiben angefangene Bücher oft tagelang offen liegen.

Und auf der Fensterbank steht ein Fliederzweig, obwohl er längst verblüht ist.

Das Haus knarzt leiser als andere Häuser. Fast so, als wolle es niemanden erschrecken.

Trine Haus

Vielleicht möchtest du kurz bleiben

Kleine Räume, in denen Traurigkeit nicht weg muss – nur kurz sitzen bleiben darf.

Augnablik

Manchmal sitzt Trine nachts auf dem Küchenboden.

Neben ihr: eine Decke, die halb von den Schultern gerutscht ist.

Mjauki legt sich dann wortlos daneben. Das macht er oft.

Kater Mjauki

Mjauki versucht nie, Trine fröhlich zu machen.

Kater Mjauki

Er legt sich einfach dorthin, wo die Traurigkeit gerade sitzt.

Manchmal auf die Fensterbank. Manchmal auf die Decke. Manchmal mitten in den Weg, damit Trine kurz stehen bleibt.

Bei Mjauki muss niemand reden.

Frau Elli: Ich bleib noch einen Moment.

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